graph LR
Population["Grundgesamtheit (Population)
N = groß"]
Sample["Stichprobe
n = klein"]
Population -->|Zufallsauswahl| Sample
Sample -- Inferenzschluss --> Population
Populationsinferenz
Nach diesem Kapitel können Sie …
A der R-Fans unter allen Studierenden schätzen — auf Basis einer StichprobeGrundproblem: Wir wollen Aussagen über die Population, haben aber nur einen Ausschnitt (Stichprobe) davon.

Hinweis
Lateinische Buchstaben (z. B. \(p\)) für Stichproben-Kennwerte, griechische (\(\pi\)) für Populations-Kennwerte.
Definition: (Populations-)Inferenzstatistik
Verfahren zum Schließen von Statistiken (Kennzahl einer Stichprobe) auf Parameter (Kennzahl einer Grundgesamtheit). Inferenz = Schließen: aus vorliegendem Wissen wird neues Wissen generiert.
Zwei Hauptarten: (1) Populationsinferenz, (2) Kausalinferenz.
| Kennwert | Stichprobe | Population | Schätzwert |
|---|---|---|---|
| Mittelwert | \(\bar{X}\) | \(\mu\) | \(\hat{\mu}\) |
| Streuung | \(sd\) | \(\sigma\) | \(\hat{\sigma}\) |
| Anteil | \(p\) | \(\pi\) | \(\hat{\pi}\) |
| Korrelation | \(r\) | \(\rho\) | \(\hat{\rho}\) |
| Regression | \(b\) | \(\beta\) | \(\hat{\beta}\) |
Da Populationsparameter fast nie sicher bekannt sind, begnügt man sich mit Schätzwerten (“Dach”).
Definition: Populationsinferenz
Teilbereich der Statistik, der von den Daten einer begrenzten Stichprobe auf eine zugrundeliegende Grundgesamtheit verallgemeinert (schließt).
graph LR
Population["Grundgesamtheit (Population)
N = groß"]
Sample["Stichprobe
n = klein"]
Population -->|Zufallsauswahl| Sample
Sample -- Inferenzschluss --> Population
Wichtig
Nichts Genaues weiß man nicht: Schließt man vom Teil aufs Ganze, geschieht das unter Unsicherheit — man spricht von Ungewissheit.
Definition: Zufälliges Ereignis
Ein Ereignis, das nicht (komplett) vorherzusehen ist (z. B. Augenzahl beim Würfeln). Zufällig bedeutet nicht zwangsläufig ursachenlos — nur sind die genauen Randbedingungen meist nicht ausreichend bekannt.
Im Regressionsmodell gibt es (mindestens) zwei Arten von Ungewissheit:

Die Regressionsgerade könnte “höher/niedriger aufgehängt” sein oder mehr/weniger steigen — wir wissen es nicht exakt.

Wichtig
Stichproben-Kennwerte schwanken um den tatsächlichen Wert in der Population herum.

Definition: Sigma
\(\sigma\) gibt (grob) den mittleren Vorhersagefehler des Modells an — wie weit eine Vorhersage im Schnitt vom wahren Wert entfernt ist.
Wichtig
Schließt man auf eine Population (schätzt Modellparameter), sollte stets die (Un-)Genauigkeit der Schätzung mit angegeben werden.
Im Regressionsmodell betrifft das zwei Stellen:
Definition: Konfidenzintervall
Oberbegriff für Schätzbereiche von Parametern. Die Grenzen markieren einen Bereich plausibler Werte für den Parameter.
“Laut Modell liegt der gesuchte Anteil der R-Fans mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % im Bereich von 40 bis 44 Prozentpunkten.”
Im Bayes-Kontext ist ein Konfidenzintervall unmittelbar als Wahrscheinlichkeitsaussage interpretierbar.
Frequentismus
Bayes
Wahrscheinlichkeit, ein Ergebnis zu erhalten, das mindestens so extrem ist wie das beobachtete — unter der Annahme, dass es keinen Effekt gibt.
Der p-Wert wird oft falsch verstanden.
Wichtig
Ein frequentistisches Konfidenzintervall macht keine Wahrscheinlichkeitsaussage über einen Populationswert — sondern eine Aussage über wiederholtes Stichprobenziehen.
Zentrale Statistik: die Posteriori-Verteilung — beantwortet: “Wie wahrscheinlich ist die Hypothese, nachdem wir die Daten kennen?”
In der Bayes-Statistik sind Aussagen erlaubt wie:
Mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % ist der neue Webshop besser als der alte.
Mit einer Wahrscheinlichkeit von 89 % liegt die Wirksamkeit zwischen 0,1 und 0,4.
Definition: Statistische Signifikanz
Ist der Wert Null nicht im Schätzbereich enthalten, liegt ein statistisch signifikantes Ergebnis vor.
Signifikanz ist auch eine Funktion der Stichprobengröße — große Stichproben werden fast immer signifikant.
flowchart LR S[Stichprobengröße] E[Effektgröße] p[p<0.05] S-->p E-->p
Definition: Exakte Nullhypothese
\(H_0\) besagt, dass kein Effekt vorliegt (kein Unterschied, kein Zusammenhang, keine Veränderung).
Definition: Alternativhypothese
Besagt, dass ein (substanzieller) Effekt vorliegt — logisch meist das Gegenteil von \(H_0\).
Beispiele: \(H_0: \mu = 100\); \(H_0: \rho = 0\); \(H_0: \pi = 0{,}5\); \(H_0: \beta_1 = 0\)
Pointe: Vorab-Information (Prior) wird im Frequentismus nicht berücksichtigt.

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